Einnahmen gerecht aufteilen

 

"Ihr Geld ist nicht weg, mein Freund, es hat nur ein anderer."

                                                    (J.M. de Rothschild (1792-1858), Bankier)

Wie findet man eine passende Einnahmenaufteilung für einen Verkehrsverbund?

Häufig werden wir von Kunden angesprochen, einen Vorschlag für ein neues, gerechteres und von allen Beteiligten akzeptiertes Einnahmeaufteilungsverfahren zu unterbreiten.

Die Hintergründe sind häufig ähnlich: Bisher funktioniert die Aufteilung alteinnahmenorientiert und es müssen mehr oder weniger zwangsweise diskriminierungsfreie Verfahren implementiert werden. Ein Handlungsdruck, dem sich viele unserer Kunden eher zähneknirschend als freudig erwartend hingeben.

Unsere Erfahrung aus vielen erfolgreich abgeschlossenen EAV-Projekten ist, dass es keine Standardlösung für alle Verbünde gibt. Zu zahlreich sind die Einflussfaktoren, zu unterschiedlich die Ausgangslagen und vor allem ist meistens eines aus Sicht unserer Kunden völlig offen: Das Ergebnis! Daher sind wir immer bestrebt, die zurecht hohen Erwartungen unserer Kunden an ein neues Aufteilungsverfahren mit individuellen und kreativen Lösungen zu erfüllen.

Ohne ein klares Ziel vor Augen können weder unsere Kunden noch wir wirklich wissen, wann ein akzeptables Ergebnis erreicht wurde. Entsprechend ist die gemeinsame Zielfindung ein wichtiger Bestandteil unseres Beratungsprozesses:
 

  • Bestandsaufnahme: Was ist die Ausgangslage? Welche Informationen liegen vor, welche Informationen können mit welchem Aufwand beschafft werden? Welche Erkenntnisse über die Nachfrage existieren bereits?
  • Im nächsten Schritt erfolgt die Zielklärung. Hierzu erheben wir die Anforderungen unserer Kunden und prüfen, ob bereits klare Präferenzen für ein bestimmtes Verfahren vorliegen. In dieser Phase moderieren wir den Zielfindungsprozess. Wir trennen für unsere Kunden die wichtigen von den unwichtigen Dingen. Welche Fragen sind aus Sicht unseres Kunden wirklich entscheidend und welche eher nachrangig? Wer muss später einer Einigung zustimmen? Welche Manövriermassen existieren?
  • Anhand des gemeinsam abgestimmten Zielsystems schlagen wir mehrere Verfahrensalternativen vor und berücksichtigen dabei immer, welche Vor- und Nachteile die Verfahren hinsichtlich ihrer Verfahrenskosten und der Genauigkeit mit sich bringen. Die Bewertung ist umso besser, je eindeutiger und klarer unsere Kunden ihr Ziel vor Augen haben.
  • Die Alternativen entwickeln wir gemeinsam mit unseren Kunden weiter und erstellen ggf. erste Modellrechnungen anhand derer alle Beteiligten die Wirkungsweise genau nachvollziehen können.

Sind die inhaltlichen Eckpunkte und die Wirkung des Verfahrens erst einmal geklärt, wird die Aufteilung auf der Prozessebene ausgearbeitet. In diesem Kontext sind die kritischen Fragestellungen:

  • Wie sollen die zeitlichen und inhaltlichen Abläufe gestaltet werden? Gibt es Abhängigkeiten? Welche kritischen Pfade existieren?
  • Welche Fristen können weiter, welche enger gestaltet werden?
  • Welche Anreize gibt es für die Beteiligten, die gesetzten Fristen einzuhalten?

Alle Aspekte diskutieren wir mit unseren Kunden ausführlich, so dass alle Interessen und die jeweiligen Fähigkeiten der Partner berücksichtigt werden können. Das Ergebnis ist eine detaillierte Beschreibung des Aufteilungs- und Abrechnungsprozesses.

Auf Basis der inhaltlichen Verfahrensbeschreibung und dem entwickelten Aufteilungs- und Abrechnungsprozess bereiten wir die Formulierung der Eckpunkte für die Vertragswerke vor. Hier hat sich die Zusammenarbeit mit Rechtsanwälten bewährt, so dass ein passgenaues Einfügen in die Vertragsstruktur des Verbundes ermöglicht wird.

Darüber hinaus bieten wir unsere Unterstützung im Tagesgeschäft bei der erstmaligen Anwendung des Verfahrens an. Auf Wunsch konzipieren wir mit unseren Kunden auch entsprechende Aufteilungssoftware.

Am Ende des Beratungsprozesses steht eine inhaltlich auf die Bedürfnisse unseres Kunden zugeschnittene Einnahmenaufteilung:  Finden auch Sie mit uns die passende Aufteilung für Ihren Verbund!

 

Oktober 2014

 

Warum können sich Verkehrsunternehmen nur so schwer auf ein neues Einnahmenaufteilungsverfahren einigen?

 

Einnahmenaufteilungsverfahren – dieses typisch deutsche Wortungetüm bereitet aktuell in vielen Verbünden und Tarifgemeinschaften Kopfzerbrechen. Hintergrund sind die nicht mehr zeitgemäßen Aufteilungsgrundsätze oder wettbewerbsrechtliche Aspekte, die die Akteure zur Neugestaltung ihrer Einnahmenaufteilungsverfahren zwingen.

 

Der Handlungsbedarf ist meist allen Beteiligten klar, nicht selten werden überfällige Anpassungen der Verfahren aber jahrelang ergebnislos zwischen den Beteiligten diskutiert und vor sich her geschoben.

 

Dies bleibt nicht ohne Folgen:

  • Die Zusammenarbeit zwischen den Partnern leidet.
  • Die Vertrauensverhältnisse werden nachhaltig geschädigt.
  • Wichtigere Aufgaben (z. B. die Tarifentwicklung) werden vernachlässigt.
  • usw.

Symptomatisch fällt in diesem Zusammenhang meist auch folgendes Zitat:

 

„Auch uns ist daran gelegen, die Einnahmenaufteilung an aktuellen Gegebenheiten anzupassen – es muss nur klar sein, dass unser Unternehmen nicht schlechter dasteht als vorher.“

                                      Geschäftsführer eines Verkehrsunternehmens

 

Was scheinbar unlogisch klingt, ist bei näherer Betrachtung gradezu eine zwangsläufige Aussage im Sinne der Unternehmenspolitik: Die Verkehrsunternehmen verlangen nach einer Regelung für die Einnahmenaufteilung, damit sie planungssicher und (unter den gegebenen Umständen) unternehmerisch agieren können. Von einem Unternehmer zu verlangen sich im „Sinne der Sache“ schlechter zu stellen als vorher wäre wohl etwas zu viel Altruismus, von daher wird aus zwei an sich widersprüchlichen Halbsätzen eine logische Forderung eines Verkehrsunternehmers.

 

Warum ist eine Einigung auf ein Einnahmenaufteilungsverfahren so schwer, wenn ein funktionierendes Verfahren im Interesse aller Beteiligten liegt? Die Antwort ist scheinbar einfach: Es geht ums Geld und da hört mitunter sogar die Freundschaft auf!

 

Keiner der Beteiligten wird einer Lösung zustimmen, die ihn substanziell schlechter stellen wird. Die Folge: Stillstand! Hinzu kommen weitere Gründe, die Veränderungen erschweren, die wir im Rahmen unserer Beratungspraxis immer wieder erleben.

 

Sie befinden sich auch in einer solchen Situation und wollen wissen, wie Sie sicher hinaus navigieren können? Sprechen Sie uns an! Wir bringen die richtigen Kompetenzen mit.

 

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Themenvorschau

  • AFZS, Modelle, Smartphones: Sind Verkehrserhebungen bald überflüssig?
  • Wie geht es weiter: Was passiert nach der Einigung auf ein neues Aufteilungsverfahren?

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