Neuausrichtung der Aufgabenträger-Organisationen: Kräfte bündeln & Finanzmittel gezielt einsetzen

von  Nils Hansen


Die Aufgabenträgerlandschaft in Deutschland ist im Umbruch. Viele öffentliche Haushalte sind überschuldet und die Schuldenbremse wird bald wirken. ÖPNV-Ausgaben werden künftig in der Öffentlichkeit noch kritischer diskutiert werden als heute.

 

Die etablierten Vergabeverfahren stehen nicht nur seit Inkrafttreten der EU-Verordnung 1370/07 auf dem Prüfstand. Der Wettbewerb der Besteller um attraktive Bieter verschärft sich. Es wird um die bestmögliche Leistung gerungen – sowohl bei den Verkehrsunternehmen als auch bei den Aufgabenträgern.

In den 16 Bundesländern gibt es 25 SPNV-Aufgabenträger und über 400 ÖPNV-Aufgabenträger. Die Organisation und Finanzierung der SPNV- und ÖPNV-Aufgabenträger ist von Land zu Land sehr unterschiedlich geregelt.

Die Bundesländer müssen jetzt überprüfen, ob die gewachsene ÖPNV-Organisation und –Finanzierung den künftigen Rahmenbedingungen und den Anforderungen der öffentlichen Haushalte noch gerecht werden kann.

Folgende Darstellung gibt einen Überblick über die relevanten Ebenen der Nahverkehrsorganisation:

 

 

Die Aufgabenträgerorganisationen in den Bundesländern bedürfen vor dem Hintergrund der anstehenden Herausforderungen einer Neuordnung. Welche Organisations- und Finanzierungsform für das einzelne Bundesland die Richtige ist, muss individuell vor dem Hintergrund der regionalen Besonderheiten geprüft werden.

 

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um die landesweite Aufgabenträgerorganisation und -Finanzierung zukunftsorientiert auszurichten.

Mit einer optimierten Aufgabenträgerorganisation und -Finanzierung lassen sich folgende strategische Ziele erreichen:

  • Eindeutige Aufgabenabgrenzung und Entscheidungsbefugnisse
  • Bündelung von Kompetenzen und Vermeidung von Redundanzen
  • Reibungsloses Durchsetzen der landespolitischen Zielsetzungen in den einzelnen Regionen
  • Bessere Einbindung der regionalen Kompetenzen und Entscheidungsträger vor Ort
  • Transparentere, gerechtere und anreizbasierte Finanzierung der Aufgabenträgerorganisationen und des ÖPNV
  • Zielgerichtete, abgestimmte Mittelausstattung des SPNV und des ÖPNV auch bei abnehmenden Etats und notwendigen Einsparungen
  • Controlling der Mittelverwendung, Aufgabenerfüllung und Zielerreichung
  • Realisierung von Synergien und Größenvorteilen
  • Reduzierung des Managementaufwands
  • Schaffen durchgängiger IT-Systeme für Planung, Steuerung und Kontrolle

Eine klare Definition und Priorisierung der Zielsetzung der einzelnen Stakeholder ist zu Beginn des Prozesses der Neuorganisation notwendig.

Sofern Sie externe Expertise bei diesem Prozess der Neuorganisation einbinden wollen, bietet mobilité den Einstieg über vier mögliche Varianten an:

1.     Exposé:
Die Erstellung eines Exposés, das die Positionierung des Landes zu diesem Thema deutlich macht. Basis der Erarbeitung wäre ein eintägiger moderierter Workshop mit den Entscheidungsträgern aus dem Verkehrsministerium. Dabei werden die Ziele und die Position des Landes formuliert und die Schwerpunkte einer möglichen tiefergehenden Untersuchung abgestimmt.

2.     Gutachten:
Die Erarbeitung eines Gutachtens durch einen externen Dienstleister mit entsprechenden, neutralen Empfehlungen zur Neustrukturierung. Erkenntnisse aus anderen Bundesländern (Benchmarking) fließen ein.

3.     Moderativer Ansatz:
Entwicklung des Handlungsbedarfes durch Gespräche mit den Verantwortlichen der Aufgabenträger hinsichtlich möglicher Optimierungspotenziale.

4.     Kombination:
Entscheidung für eine Kombination aus den oben aufgeführten Ansätzen.

Je nach individueller Ausgangslage in den einzelnen Bundesländern empfiehlt sich ein auf die besonderen regionalen und politischen Gegebenheiten abgestimmter Einstieg in das Thema.

Für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

http://www.mobilite.de/erfolgsfaktor_organisation.html#Top





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